und Sensorik sowie Komponentenexpertise machen Technologieregion Sachsen zu einem international anerkannten Kompetenzzentrum der Luft- und Raumfahrt.
Die Luft- und Raumfahrtindustrie ist eine der zentralen Innovationstreiber Sachsens und Thüringens. Dabei fußt sie auf dem langjährig gewachsenen Fundament aus Know-how sowohl in traditionellen Industrien wie dem Maschinenbau als auch modernen Schlüsseltechnolo-gien wie Mikro- und Nanoelektronik, Werkstoff- und Materialentwicklung, Produktionstechnik und Technischen Textilien und überführt diese in Querschnittslösungen für die moderne Luftfahrt. In 160 Unternehmen und Forschungseinrichtungen erwirtschaften 7.000 Mitarbeiter einen Umsatz von etwa 1,4 Milliarden Euro jährlich. Tätigkeitsfelder und Kernkompetenzen sind hauptsächlich die Aus- und Umrüstung von Flugzeugen, die Komponentenfertigung für Flugzeuge und Raumfahrtobjekte, Tests von Flugzeug- und Raumfahrtstrukturen, Forschungs- und Entwicklungsvorhaben der Luft- und Raumfahrttechnik sowie der Luftverkehr und die Betreuung von Flugzeugen.
Das 2001 gegründete Netzwerk LRT (Kompetenzzentrum Luft- und Raumfahrttechnik Sachsen/Thüringen e.V.) ist der Interessensvertreter der Unternehmen und Forschungseinrichtungen der Luft- und Raumfahrtindustrie in Sachsen und Thüringen. Die Aktivitäten des LRT orientieren sich darauf, die Entwicklung der Luft- und Raumfahrtindustrie in den Freistaaten wesentlich voran zu bringen und das Netzwerk der Branche zu stärken. Die Stabilisie-rung und Stärkung der regionalen Kompetenzen im Bereich der Luft- und Raumfahrtindustrie stehen im Mittelpunkt der beteiligten Unternehmen, universitären und außeruniversitären Forschungseinrichtungen sowie externen Industrieforschungseinrichtungen. Das Cluster vereint Forschungsexzellenz und unternehmerische Stärken in den Bereichen Materialien und Werkstoffe, Herstellungstechnologien der Werkzeuge und Halbzeuge, Berech-nungs-, Simulations- und Konstruktionsverfahren, automatisierte Fertigungstechnologien für Bauteile und Strukturen sowie Test- und Qualifizierungsverfahren.
Zur Förderung des Luft- und Raumfahrtstandortes kooperiert das LRT mit zahlreichen deutschen und internationalen Netzwerken und ist Mitglied im internationalen „European Aerospace Cluster Partnership“ (EACP), dem 34 Mitglieder aus 13 europäischen Ländern angehören. Das LRT arbeitet eng mit dem Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie e. V. (BDLI) zusammen und ist im Regionalforum mit allen deutschen Regionalclustern vertreten.
In dem Konsortium „Energy Efficient Aviation Solutions“ (EEAS) war das LRT aktiver Konsortialpartner mit dem Ziel, Strategien zu entwickeln, wie sich die Energieeffizienz im Flugzeugbau durch Technologieintegration verbessern lässt. Indem die Konsortialpartner kooperieren und die heute bereits vorhandenen Stärken im Bereich der zivilen Luft- und Raumfahrtprogramme mit den Möglichkeiten der Mikroelektronik, Sensorik, Aufbau- und Verbindungstechnik sowie Software in eine neue Qualität entwickeln, erarbeiten sie sich eine international starke, strategische Position.
Das LRT ist Partner der deutschlandweiten Initiative „Supply Chain Excellence“ mit dem Ziel, die Unternehmen in der Luftfahrtzulieferindustrie bei dem begonnenen Strukturwandel zu unterstützen und insbesondere die globale Wettbewerbsfähigkeit am Luftfahrtstandort Deutschland weiter zu steigern. Supply Chain Excellence bedeutet die aktive Entwicklung von stabilen und agilen Lieferketten entlang der gesamten Wertschöpfungsstufen und ist Ziel und Aufgabe aller Partner der Initiative. Hierbei nutzt und unterstützt die Initiative erfolgreiche nationale und regionale Aktivitäten und Strukturen und verbindet diese aktiv. Die enge Zusammenarbeit von Politik, Unternehmen und Verbänden stellt hierbei einen zentralen Erfolgsfaktor dar.

 

Aus Sicht der Luft- und Raumfahrt bietet die Zusammensetzung des Konsortiums die einmalige Chance, die vorhandenen Kompetenzen im Bereich der Sensorik sowie Mikro- und Nanoelektronik mit der Anwendungskompetenz der Flugzeughersteller zu kombinieren.

Neben allen technischen Fragestellungen im Bereich der Luft- und Raumfahrt, wie etwa Einsatzbedingungen, Energieeffizienz und dem Trend zu immer mehr Komfort und Funktion in Passagierflugzeugen wird die Zulässigkeit des Dateninformationsaustauschs eine der größten Herausforderungen.

Dieses Verbundprojekt widmet sich diesen Fragestellungen und bietet eine sehr gute Ausgangsbasis für die Fusion von Sensorik, neuen Materialien, Mikro- und Nanoelektronik sowie Software zu neuen höherintegrierten Baugruppen und Komponenten dar, sie sichert auch gleichzeitig eine enge Fokussierung auf reale Anwendungsfälle für die Luft- und Raumfahrtindustrie und somit einen schnellen Marktzugang.

Dr. Wolfgang Göhler, Vorstandsvorsitzender des Kompetenzzentrums Luft- und Raumfahrttechnik Sachsen/Thüringen e.V.